Praktische Tipps

Auf dieser Seite wollen wir (versuchen) einige Fragen (zu) beantworten, die man sich vor einer längeren  Reise stellt - und die wir uns also auch gestellt haben. Die wichtigste Quelle war eigentlich immer das Internet (und wenn man dort nur eine Telefonnummer gefunden hat...). Vielleicht können wir ja das Chaos vor solch einer Fahrt etwas verringern....

Motorrad- und Auslandskrankenversicherung, Gesundheitsvorsorge, Motorradtransport etc.

Eine Motorradversicherung ist für Nordamerika notwendig und kann über Tour Insure in Hamburg oder die American International Underwriters in Wiesbaden abgeschlossen werden. Beide Versicherer bieten auch für Mittel- und Südamerika Versicherungen an, allerdings werden wir dort wohl auf eigenes Risiko durch die Lande düsen, da uns von unterschiedlichen Seiten dazu geraten wurde. Mal sehen ob’s klappt; diese Entscheidung ist aber natürlich jedem selber überlassen. Je nachdem wie stark das deutsche Sicherheitsbedürfnis ausgeprägt ist, sollte man vielleicht doch eine Versicherung abschließen, um in diesem Punkt beruhigt reisen zu können. In Deutschland kann man mit seiner Versicherung klären, ob man den Betrag für die Zeit, in der man nicht auf deutschen Straßen unterwegs ist, zurückerstattet bekommt. Normalerweise dürfte das kein Problem sein.

Das Thema Auslandskrankenversicherung sollte auch ausreichend durchdacht sein. Sobald man länger als 45 Tage privat im Ausland unterwegs ist, haftet die übliche Auslandskrankenversicherung im Krankheitsfall nämlich nicht mehr. Bei einem Auslandsaufenthalt von bis zu einem Jahr gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich zu versichern. Darüber hinaus wird die Auswahl eher klein. Und dann ist die Versicherung für Frauen oft bis zu doppelt so teuer wie für Männer. Wir haben uns für die Auslandsversicherung des ADAC entschieden, die auch länger als 12 Monate gilt und bei der es keinen preislichen Unterschied zwischen Mann und Frau gibt.

Die Krankenversicherung in Deutschland werden wir kündigen, (was bei einem längeren Auslandsaufenthalt ohne Kündigungsfrist möglich ist - vorher abklären) was aber den Nachteil hat, dass wir bei der Rückankunft (auch im möglichen Krankheitsfall) erst einmal ohne Versicherungsschutz in Deutschland sein werden. Das bedeutet, dass wir zunächst pflichtversichert sein müssen, damit uns eine gesetzliche Versicherung wieder aufnimmt. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn man einen mindestens 1-monatigen gültigen Arbeitsvertrag vorweisen kann. Die Alternative wäre, dass man den Versicherungs- beitrag für freiwillig Versicherte während des Auslandaufenthaltes durchzahlt. Auf diese Weise ist man bei  krankheitsbedingter Rückreise in Deutschland versichert und in jedem Fall einiges an Beiträgen ärmer....

Ansonsten gilt: telefonieren und Angebote reinholen, was allerdings etwas dauern kann (“Bitte warten sie, sie werden verbunden....” und im Hintergrund immer sooooo schöne Musik...) ...und irgendwann kann man eher denen bei der Versicherungshotline fast mehr Infos geben als umgekehrt!

Das Thema der Gesundheitsvorsorge sollte man auch nicht zu spät angehen, da notwendige Impfungen evtl. nicht gleichzeitig, sondern mit einem gewissen Abstand durchgeführt werden müssen. Außerdem sind oftmals, um einen langfristigen Schutz gewährleisten zu können, 3 Impfungen notwendig, von denen die Letzte ca. 1/2 halbes Jahr nach der Ersten erfolgen sollte. Auch hier gibt der ADAC gute Auskünfte. Letztendlich klärt man es aber dann doch noch mit dem Arzt seines Vertrauens ab....Wir sind neben den üblichen Impfungen (Diphterie, Tetanus, Polio)  noch gegen Hepatitis A und B, Thypus und Gelbfieber geimpft worden. Die Impfungen sollte man sich auch in den internationalen Impfausweis eintragen lassen, den man dann logischerweise auch mitnehmen sollte. Um die Malaria Prophylaxe bzw. das Notfallmedikament   werden wir uns erst später kümmern, je nachdem, wie akut bedroht unser Reisegebiet ist.

Der Motorradtransport ist natürlich auch eine Frage, die viel Zeit in Anspruch nehmen kann. Wie haben uns recht schnell dazu entschieden, unseren (hoffentlich treuen) Gefährten einen Flug zu spendieren. Wahrscheinlich ist die Variante des Verschiffens etwas günstiger, allerdings sollte man sich da nicht von dem erstmal günstig erscheinenden Preis überzeugen lassen. Hinzu kommen meistens noch Kosten für die (evtl.) Lagerung im Hafen, Zoll und andere Nebenkosten, durch welche die Gesamtkosten doch noch etwas ansteigen. Außerdem muß man einige Wochen auf das Mopped verzichten, wohingegen man es sonst am Flughafen im besten Fall einen Tag vor dem Flug abgibt und es nachdem man selber gelandet ist recht schnell und unkompliziert in Empfang nehmen kann - hoffen wir zumindest... Da mittlerweile die Airlines nur noch mit Spediteueren zusammen arbeiten, haben wir uns für die Firma Freesky entschieden. Wir hoffen, dass es eine gute Entscheidung sein wird und der Ablauf unkompliziert sein wird!

Wir haben unsere Moppeds in zwei originale Suzuki-Transportkisten verpackt, die wir von Suzuki Löhmer bekommen haben. Das Verpacken der Freewind ging recht problemlos, für die BMW mussten wir ein paar Kleinigkeiten an der Transportkiste umändern. Aber nachdem das Vorderrad ausgebaut und der Lenker etwas verstellt bzw. quergestellt war, passte auch die ganz gut hinein. 2 Tage vor dem Flug haben wir sie dann mit einem 7,5-Tonner (vielen Dank an Alex’ Patenonkel!!!) nach Frankfurt zum Flughafen gebracht.

                            

Für den Transport mussten die Motorräder einwandfrei sauber, der Tank bis auf das letzte Drittel leer und die Batterie abgeklemmt sein. Für die Verfrachtung der beiden Motorräder kommen wir zusammen auf ca. 1500€, der Preis errechnet sich aus dem Volumengewicht + Verzollung + Fahrzeugcheck + ....Wir haben dann auch noch 3 Alukisten auf den Paletten verzurrt und hoffen jetzt, dass auch alles in Toronto wohlbehalten ankommen wird. Zum Schutz – ob’s was bringt ist natürlich fraglich – haben wir noch beide Transportkisten mit Schrumpffolie umwickelt (rechtes Foto). Und so sah dann alles aus, als wir unsere Moppeds im Lager zurücklassen mussten:

    

Neben diesen Dingen muß man natürlich auch die üblichen Formalitäten beachten. So braucht man natürlich einen Reisepass, der noch lang genug gültig ist. Zusätzlich haben wir uns als Sicherheit einen 2. Reisepass ausstellen lassen, der 26€ kostet (Dauer 4-6 Wochen), 5 Jahre gültig ist und formlos beantragt werden kann.

Wichtig kann auch der internationale Führerschein sein, der 16€ kostet und direkt (ausnahmsweise ohner Wartezeiten) beantragt und in Empfang genommen werden kann. Vorraussetzung einer Ausstellung ist der der neue Kartenführerschein (24€, Dauer ca. 4-6-Wochen).

Zusätzlich haben wir uns noch eine internationale Zuslassung ausstellen lassen, ob wir sie brauchen werden wissen wir allerdings nicht. Sie kostet 16€ und ist 1 Jahr gültig und kann auch direkt mitgenommen werden.

Je nach Reiseziel ist auch ein Carnet de Passage erforderlich, dass auch beim ADAC beantragt werden kann. Wir werden keines beantragen und ggf. unsere Eltern mit den Vollmachten beauftragen eines zu beantragen (Kostenpunkt für ADAC Mitglieder: 140€ ).

Generell sollte man auf jeden Fall nicht vergessen jemanden zu Hause (in unserem Fall unsere Eltern) mit Vollmachten auszustatten, damit Bankangelegenheiten etc. von Deutschland aus geregelt werden können.

 

Tja, wenn man diesen Papierkram erledigt hat, ist man schon wieder einiges an Geld los und ein Koffer ist schon voll mit Papieren und Unterlagen (na ja fast...), da alles möglichst kopiert und an verschiedenen Orten deponiert werden sollte. Sinn macht es sicherlich auch die Kopien digital zu speichern, dass man von jedem Rechner dieser Welt Zugriff darauf hat. Kopien können die Wiederbeschaffung nach dem Verlust ziemlich vereinfachen.

 

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